Schlafapnoe - Ursachen, Symptome & Schweregrade | Inspire

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Volkskrankheit Schlafapnoe – Symptome, Ursachen & Formen der unterschätzten Gefahr

Die Schlafapnoe und ihre Folgen & Begleiterscheinungen - das Beschwerdebild des Schlafapnoe-Syndroms - sind noch gar nicht so lange bekannt. Erst in den siebziger Jahren wurde man auf diese Krankheit aufmerksam, die aber auch damals keineswegs selten war. Die gefährlichen Atemaussetzer wurden davor aber häufig nur für harmloses Schnarchen gehalten. Lernen Sie interessante neue Fakten rund um die Symptome, Ursachen, Schweregrade, Formen, Folgen & Behandlungsmöglichkeiten der Schlafapnoe kennen.


Was ist eine obstruktive Schlafapnoe (OSA)?

Denn ein Zusammenhang zwischen lautem Schnarchen, Atemaussetzern und den Symptomen & Folgeerkrankungen des Schlafapnoe-Syndroms wie Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen, Depression, aber auch Bluthochdruck, Schlaganfällen und Herzinfarkten wurde damals noch nicht hergestellt.

Falls auch Sie tagsüber Symptome wie Tagesmüdigkeit wahrnehmen, oder zu Sekundenschlaf und schneller Erschöpfung neigen, sollten Sie sich zur Diagnose einer Schlafapnoe ins Schlaflabor begeben. Vor allem dann, wenn Ihr/e Partner/in Sie zusätzlich auf nächtliche Atemaussetzer und lautes Schnarchen hinweist. DieAtmungsstörung ist leicht diagnostizierbar und kann behnandelt werden. Je früher, desto besser. 

Auf einen Blick: Wie gefährlich ist Schlafapnoe?

  • bei ca. 75% - 80% der Schlafapnoe-Betroffenen wird die Erkrankung nicht erkannt, da sie sich nicht untersuchen lassen
  • Unbehandelt verringert eine Schlafapnoe die Lebenserwartung um bis zu 10 Jahre
  • Durch eine unbehandelte Schlafapnoe steigt das Risiko auf Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall, Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck signifikant
  • Übergewicht ist einer der Hauptrisikofaktoren und zudem ein gefährlicher Teufelskreis. Denn ohne erholsamen Schlaf und ausreichend Sauerstoff kann der Körper überschüssige Fettdepots schlecht verbrennen. Und beides ist bei Schlafapnoe-Betroffenen aufgrund der Atemaussetzer und der Verengung der Atemwege knapp. Es liegt also eine Hypoxie vor (Mangelversorgung des Gewebes mit Sauerstoff). Eine Diät schlägt deshalb bei vielen Schlafapnoe-Betroffenen wenig bis gar nicht an, sofern die Erkrankung nicht behandelt wird

Ihr gefährliches Potenzial in Bezug auf kardiovaskuläre Risiken entfaltet eine Schlafapnoe vor allem deshalb, weil sie häufig unbehandelt bleibt. Denn zu wenig Menschen gehen wegen Atemaussetzern im Schlaf, Schnarchen und Tagesmüdigkeit zum Arzt. Dabei sollten Sie diese Warnsignale bei sich oder Angehörigen sehr ernst nehmen. Ansonsten birgt eine unbehandelte obstruktive Schlafapnoe die Gefahr, die Lebensdauer um bis zu 10 Jahre zu verkürzen. Schlafapnoe kann also tödlich enden. Dabei sind sie und ihre Folgen - das Beschwerdebild des Schlafapnoe-Syndroms - sehr gut behandelbar, vor allem dann, wenn die sog. OSA frühzeitig erkannt wird


Bei Schnarchen, Tagesmüdigkeit & Atemaussetzern ab ins Schlaflabor

Obstruktive und zentrale Schlafapnoe

Heute ist gewiss, dass eine mittlere bis schwere Schlafapnoe unbehandelt tödlich enden kann. Inzwischen ist vor allem die obstruktive Schlafapnoe (OSA) längst zur Volkskrankheit geworden. Häufig wird die obstruktive Schlafapnoe verkürzt als Schlafapnoe bezeichnet. Das kann man machen, denn die OSA ist die weitaus häufigere Form der Schlafapnoe(8)

Mehr als 90 Prozent aller Schlafapnoe-Fälle gehen auf ihr Konto. Die Entwicklung der OSA zur gefährlichen Volkskrankheit hängt mit der rasanten Zunahme von Zivilisationserscheinungen wie Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Stress zusammen. Übergewicht ist einer der wichtigsten Risikofaktoren. Und auch Rauchen, Schlafmittel und Alkoholkonsum können das Auftreten von wiederholten Atemaussetzern im Schlaf begünstigen. Denn sie alle erhöhen die Wahrscheinlichkeit auf kritische Verengungen der oberen Atemwege im Schlaf. Männer sind stärker gefährdet, wobei das Risiko mit dem Alter steigt. Bei Frauen steigt das Risiko vor allem nach den Wechseljahren. 

Man sollte aber wissen, dass es noch eine weitere Variante nächtlicher Atemaussetzer gibt: die zentrale Schlafapnoe. Diese macht etwa 5 Prozent aller Fälle aus und ist damit deutlich seltener. Bei der zentralen Schlafapnoe führt eine Störung im zentralen Nervensystem dazu, dass die Atemmuskulatur von Brust und Zwerchfell nicht richtig funktioniert. Die zentrale Schlafapnoe ist – im Unterschied zur obstruktiven Schlafapnoe – relativ harmlos und verläuft häufig symptomfrei. Auch kardiovaskuläre Komplikationen und Folgeerkrankungen im weiteren Krankheitsverlauf sind sehr selten. Ganz anders sieht es bei der obstruktiven Schlafapnoe aus. Diese kann schwerwiegende gesundheitliche Konsequenzen haben und die Lebensqualität der Betroffenen und auch die ihrer Angehörigen, speziell ihrer Bettpartner/innen, deutlich verschlechtern.

Der Begriff Schlafapnoe-Syndrom (SAS) bezeichnet übrigens nicht die Atemaussetzer an sich, sondern die Folgen, welche durch die nächtliche Atmungsstörung entstehen, also die ausgeprägte Tagesmüdigkeit, bis hin zum Sekundenschlaf, sowie weitere Symptome und mögliche Folgeerkrankungen. Da die obstruktive Schlafpanoe die häufigste Form ist und auch jene, welche die typischen Folgen und Symptome des Schlafapnoe-Syndroms auslöst, spricht man häufig auch vom obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS).

Kurz zusammengefasst: Was genau passiert bei obstruktiver Schlafapnoe?

  1. Die oberen Atemwege verschließen sich, wodurch Atemaussetzer im Schlaf entstehen. Zum Beispiel, weil die Zungengrundmuskulatur erschlafft und in den Rachen rutscht oder kritische Verengungen durch Fettablagerungen im Rachen entstanden sind
  2. Es kommt keine Luft mehr in die Lunge, wodurch eine Sauerstoffentsättigung im Blut stattfindet, was den Sympathikus im Gehirn aktiviert. Dieser sendet ein Aufwachsignal (Arousal), um den Erstickungstod im Schlaf zu verhindern. Es erfolgt eine meist unbewusste Weckreaktion zur Reaktivierung der Atemmuskulatur, wodurch die Atemwege sich wieder öffnen. Dabei werden viele Stresshormone ausgeschüttete, der Blutdruck steigt, die Gefäße verengen sich und vor allem die Tiefschlafphasen werden unterbrochen
  3. Dieser Vorgang kann sich dutzende Male pro Nacht wiederholen, ohne dass die Betroffenen dies bewusst wahrnehmen. Die Schlafapnoe-Betroffenen spüren erst tagsüber Symptome wie Tagemsüdigkeit und es treten Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, schnelle Erschöpfung und Gedächtnisprobleme auf. Ihre Bettpartner/innen bermerken nachts lautes Schnarchen und Atemaussetzer. Langfristig können schwerwiegendere kardiovaskuläre Komplikationen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall, sowie Depressionen folgen, wenn die Schlafapnoe unbehandelt bleibt

Welche Arten & Formen der Schlafapnoe gibt es?

  • Es gibt zwei unterschiedliche Formen der Schlafapnoe: die obstruktive und die zentrale. Gemeinsamkeit sind wiederholte Atemaussetzer während des Schlafs. Die Behandlung jedoch ist unterschiedlich.
  • Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist die häufigste Form. Hierbei verschließen sich immer wieder für kurze Zeit die oberen Atemwege. Die kritische Verengung kommt durch ein Erschlaffen des Zungenmuskels und benachbarter Bereiche zustande. Die Behandlung der obstruktiven Schlagapnoe zielt darauf ab, die oberen Atemwege offen zu halten. Unbehandelt kann sie schwerwiegende Folgeerkrankungen mit sich bringen und auch zwischenmenschliche Beziehungen stark belasten.
  • Die zentrale Schlafapnoe (ZSA) beruht auf einer Störung im zentralen Nervensystem (ZNS), die dazu führt, dass die Atemmuskulatur von Brust und Zwerchfell nicht richtig arbeitet. Der ZNS-Störung können unterschiedliche Erkrankungen zugrunde liegen. Ein Schlaganfall oder eine Herzschwäche, aber auch durch Zecken übertragene Bakterien können Ursachen einer zentralen Schlafapnoe sein. Durch die Behandlung der verantwortlichen Grunderkrankung lässt sich die Schlafapnoe bessern. Sie verläuft aber ohnehin häufig symptomfrei und ungefährlich.
  • Sehr selten kommen Mischformen aus obstruktiver und zentraler Schlafapnoe vor.
  • Für die obstruktive Schlafapnoe ist lautes Schnarchen typisch, Menschen mit zentraler Schlafapnoe schnarchen dagegen selten. Aber nicht jedes laute Schnarchen ist gleich eine obstruktive Schlafapnoe. Es gibt Menschen, die laut schnarchen, deren Atmung dabei aber ganz normal funktioniert. In diesen Fällen ist Schnarchen eher harmlos und „lediglich“ nervig für die Schlafpartner. Erst wenn zum lauten Schnarchen tagsüber typische Symptome des Schlafapnoe-Syndroms hinzukommen, z.B. Tagesmüdigkeit, Sekundenschlaf, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen am Morgen, oder auch ein medikamentenresistenter Bluthochdruck (Hypertonie), liegt der Verdacht auf eine obstruktive Schlafapnoe nahe, was bei der Diagnose im Schlaflabor abgeklärt werden sollte
  • Das Schlafapnoe-Syndrom (SAS) beschreibt nicht die nächtlichen Atemaussetzer, sondern deren Folgen, also die Begleiterscheinungen, Symptome und Folgeerkrankungen, welche durch OSA ausgelöst werden können. Da die obstruktive Schlafpanoe die häufigste Form ist und auch die, welche die typischen Folgen und Symptome des Schlafapnoe-Syndroms auslöst, sprach man früher auch häufig vom obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS).
  • Der Begriff schlafbezogene Atmungsstörung (SBAS) fasst eine Reihe von Krankheitsbildern zusammen, welche durch das Auftreten von Apnoen und Hypopnoen geprägt sind. Auch die zentrale und obstruktive Schlafapnoe gehören dazu, ebenso wie die Cheyne-Stokes-Atmung (CSA). Bei dieser Krankheit wechseln sich dabei im Schlaf flache und tiefe Atemzüge ab, unterbrochen von zentralen Atemaussetzern

Obstruktive Schlafapnoe & Folgen verständlich erklärt

Aktuell sind mehrere Millionen Menschen von obstruktiver Schlafapnoe und teilweise von einem Mix aus zentraler und obstruktiver Schlafapnoe betroffen, wobei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. Ab 60 Jahren ist etwa jeder dritte Mann und jede vierte bis fünfte Frau von einer Schlafapnoe betroffen. Die Hauptrisikofaktoren für ein nächtliches Kollabieren der oberen Atemwege sind hohes Alter und Übergewicht. Das OSA-Risiko von Frauen ist vor den Wechseljahren geringer, legt dann aber deutlich zu.

Trotzdem werden die obstruktive Schlafapnoe und ihre gefährlichen Folgen & Risiken immer noch unterschätzt. Häufig bleibt die schlafbezogene Atmungsstörungdeshalb unbehandelt, da unentdeckt. Die Symptome werden oft für harmlos gehalten. Schätzungen gehen deshalb davon aus, dass bis zu 80% der OSA-Erkrankungen unbehandelt bleiben

Das Gefährliche an der obstruktiven Schlafapnoe sind wiederholte Atemaussetzer im Schlaf. Immer wieder stockt nachts der Atem, weil die oberen Atemwege dicht machen, bis zum vollständigen Verschluss. Die Ursachen hierfür sind von Fall zu Fall unterschiedlich. Der Atemwegsverschluss führt zu einer Sauerstoffentsättigung des Blutes, wodurch eine Weckreaktion hervorgerufen wird, die oft nur Millisekunden dauert, aber die Atemwege wieder öffnet und so den Erstickungstod verhindert. Dies geschieht, indem Stresshormone ausgeschüttet werden, welche Herzschlag und Blutdruck erhöhen, um den Sauerstoffmangel zu kompensieren. Außerdem reaktiviert die Weckreaktion die Atemmuskulatur. Und das teilweise dutzende Male pro Nacht. Lebensrettend, auf Dauer aber enormer Stress für den Körper und ein großes Risiko für das kardiovaskuläre System. Die Folgen für das Gehirn, das Herz und die Blutgefäße können fatal sein. 

Die Betroffenen selbst bekommen davon gar nichts mit, allenfalls berichten sie über einen unruhigen Schlaf. Die Bettpartner/innen sind es, die das laute Schnarchen und eventuell auch ein schreckhaftes Luftschnappen bemerken. Der Schlafapnoe-Patient selbst merkt erst am Morgen, dass etwas nicht stimmt. Fast alle Betroffenen leiden unter chronischer Tagesmüdigkeit, Konzentrationsproblemen und vermindertem Erinnerungsvermögen, weil sie nachts wegen der Atemaussetzer nicht optimal mit Sauerstoff versorgt werden. Sie nicken tagsüber immer mal wieder ein, wobei der Sekundenschlaf am Steuer besonders gefährlich ist. Er ist mitverantwortlich für das erhöhte Unfallrisiko von Betroffenen. Außerdem ist die Architektur des erholsamen Schlafzyklus zerstört, was auf Dauer zu Chaos im Hormonhaushalt, sowie in der Psyche und damit zu diversen Folgeerkrankungen führen kann. 

Nicht selten tritt im Rahmen einer Schlafapnoe deshalb auch eine Depression auf. Denn die Betroffenen sehen keine offensichtliche Ursache dafür, dass sie tagsüber ständig müde und schnell erschöpft sind, obwohl sie scheinbar genug schlafen. Der Schlaf verliert durch die unbewussten Weckreaktionen aber seine wichtige erholsame und regenerative Funktion für Körper und Geist. Diese Ungewissheit, gepaart mit Gedächtnisproblemen, Konzentrationsschwäche, Errektionsstörungen und ständiger Müdigkeit und Erschöpfung, führt zu einem Rückzug der Betroffenen aus Hobbies und Alltag, was sie anfälliger für Depressionen macht und zwischenmenschliche Beziehungen stark belastet. Auch die Bettpartner/innen leiden häufig mit. Nacht für Nacht machen sie sich Sorgen, wenn der Partner nach Luft schnappt und auch ihr Schlaf leidet unter dem lauten Schnarchen. Teilweise verlassen sie Nacht für Nacht das Ehebett - eine Belastungsprobe für die Beziehung. 

 

"Durch die Atemaussetzer gerät der Körper in Stress. Man wird zwar nicht bewusst wach, aber die erholsamen Schlafphasen sind gestört." Dr. Hohenhorst, AKK Essen

 

Auch wenn die Betroffenen in der Nacht nicht bewusst aufwachen: Jeder Atemaussetzer ist mit einer Weckreaktion verbunden und bedeutet Stress. Das kann auf Dauer den Hormonhaushalt empfindlich durcheinanderbringen und den Weg für Folgeerkrankungen der unbehandelten Schlafapnoe bereiten, wie z.B.  Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Schlaganfall und Herzinfarkt. Viele Betroffene leiden zudem unter Depressionen. Alle Folgeerscheinungen zusammen bezeichnet man als obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS).

Ursache der obstruktiven Schlafapnoe ist eine Blockade der oberen Atemwege. Die verantwortlichen Faktoren variieren von Patient zu Patient und müssen im individuellen Fall genau abgeklärt werden. Fettpölsterchen im Bereich des Rachens können die Atemwege ebenso verengen wie ein weit zurückliegender Unterkiefer oder vergrößerte Mandeln. Eine zentrale Rolle spielt die Muskulatur im Bereich der oberen Atemwege, vor allem der Nervus hypoglossus, also die Zungengrundmuskulatur. Da die Muskeln im Schlaf erschlaffen, können die Atemwege in sich zusammenfallen. Außerdem kann der erschlaffte Zungenmuskel nach hinten rutschen und den Luftweg blockieren. Im Alter schwächelt die Muskulatur vermehrt, was ein Grund für den Anstieg der Schlafapnoe mit zunehmendem Alter ist.   

Standardtherapie bei Schlafapnoe ist aktuell die Überdruckbeatmung mit der CPAP-Maske. Diese wird allerdings von vielen Patienten wegen belastender Nebenwirkungen und anderer Probleme nicht als Dauerperspektive akzeptiert. Die Compliance liegt laut Studien bei weniger als 50%(12)(13). Häufig scheitert die Behandlung also, weil die Schlafapnoe-Patienten sie nicht richtig oder häufig genug anwenden. Eine vielversprechende Alternative ist die Implantation eines Zungenschrittmachers





Obstruktive Schlafapnoe im Überblick:

  • Häufigste Symptome: Atemaussetzer, lautes Schnarchen & Tagesmüdigkeit
  • Schlafapnoe Symptome tagsüber: Gedächtnisprobleme, Konzentrationsschwäche, Stimmungsschwankungen, Sekundenschlaf bei monotoner Beschäftigung, schnelle Erschöpfung durch einfache Alltagsaufgaben
  • Ursachen: vielfältig, von zu großen Mandeln, über einen weit zurückliegenden Unterkiefer bis hin zu Fettablagerungen im Rachen
  • Risikofaktoren: Übergewicht, Rauchen, Alkoholkonsum, zunehmendes Alter, außerdem sind mehr Männer als Frauen betroffen
  • Behandlung: CPAP-Therapie ist der Standard, doch es gibt weitere Behandlungsmöglichkeiten
  • Mögliche Folgeerkrankungen: Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck, Typ-2 Diabetes, Depressionen, allg. erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen 

Wiederholte Atemaussetzer im Schlaf

Bei der obstruktiven Schlafapnoe kommt es im Schlaf wiederholt zu Atemaussetzern, weil die oberen Atemwege instabil sind und sich verschließen. Machen die Atemwege komplett dicht, ist der Schlafende jedes Mal für kurze Zeit von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten (Apnoe). Aber selbst wenn die Atemwege nicht vollständig blockieren, ist die Sauerstoffzufuhr doch in kritischem Ausmaß reduziert (Hypopnoe). Meist wird der Atemfluss für einige Sekunden unterbrochen, die einzelnen Atemaussetzer können aber bis zu zwei Minuten andauern. Die Sauerstoffkonzentration im Blut ist infolge der wiederholten Aussetzer deutlich reduziert. Das heißt: Der Körper wird nicht optimal mit Sauerstoff versorgt, den alle Organe und Gewebe für die Energiegewinnung dringend brauchen.

Hunderte solcher gefährlicher Zwischenfälle können sich bei schweren Formen der obstruktiven Schlafapnoe pro Nacht ereignen. Aber auch leichte Formen der Schlafapnoe sind keine Bagatelle und sollten ernst genommen werden. Andererseits ist nicht jeder Atemaussetzer im Schlaf gleich eine Schlafapnoe. Auch bei gesunden Menschen kommt es schon mal vor, dass sich die Atemwege verengen. Solange das nicht öfter passiert als fünfmal innerhalb einer Stunde, ist alles im grünen Bereich.

Die Atemaussetzer kommen zustande, weil die Muskulatur im Schlaf erschlafft. Das kann unter Umständen zu einer kritischen Verengung der oberen Atemwege führen. Eine zentrale Rolle spielt der Zungenmuskel (Hypoglossus), der im erschlafften Zustand in den Rachen rutschen kann. Doch auch anatomische Faktoren wie ein zu weit zurückliegender Unterkiefer oder Fettablagerungen im Rachenraum begünstigen eine kritische Verengung der oberen Atemwege im Schlaf. 

 

Auf einen Blick: gefährliche Atemaussetzer im Schlaf

  • Bei der obstruktiven Schlafapnoe kommt es im Schlaf wiederholt zu Atemaussetzern, bei denen der Atemfluss ganz (Apnoe) oder teilweise (Hypopnoe) unterbrochen ist. Der Apnoe-Hypopnoe-Index ist das Maß für die Schwere der Erkrankung. 
  • Auch gesunde Menschen erleben im Schlaf hin und wieder Atemaussetzer. Leichte OSA-Formen beginnen ab fünf Atemaussetzern pro Stunde, in sehr schweren Fällen können pro Nacht hunderte Atemaussetzer auftreten.
  • Warum es bei manchen Menschen im Schlaf gehäuft zu Atemaussetzern kommt, ist nicht bis ins letzte Detail geklärt. Sicher ist, dass unterschiedliche Faktoren dazu beitragen können, dass die oberen Atemwege im Schlaf blockieren. Welche Fakoren und Ursachen dahinterstecken, muss im Einzelfall genau untersucht werden, denn daraus ergeben sich eventuell Konsequenzen für die anzuwendende Therapie.

 

Typische erste Anzeichen für eine OSA, wie lautes Schnarchen, eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit, morgendliche Kopfschmerzen und auch die nächtlichen Atemaussetzer, werden oft fälschlicherweise als harmlos und lediglich lästig abgetan. So wird die Früherkennung dieser gefährlichen Schlafstörung bzw. schlafbezogenen Atmungsstörung häufig verschleppt. Dabei ist gerade bei der Schlafapnoe eine möglichst frühe Diagnose und Behandlung entscheidend, um vor allem kardiovaskuläre Risiken (Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Schlaganfall und Herzinfarkt) zu reduzieren und auch anderen mögliche Folgeerkrankungen wie einem Typ-2 Diabetes oder Depressionen vorzubeugen. Ganz zu schweigen von den enormen negativen Auswirkungen der schnellen Erschöpfung und der Tagesmüdigkeit auf die Lebensqualität von Schlafapnoe-Patienten.


Was Patienten sagen

Schweregrade der obstruktiven Schlafapnoe

Die Diagnose der obstruktiven Schlafapnoe stützt sich auf Untersuchungen im Schlaflabor. Auch das Ausmaß der Erkrankung lässt sich mit der sogenannten Polysomnographie ermitteln. Anhand des Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI), der die Anzahl von Episoden mit vermindertem Atemfluss pro Stunde beziffert, werden drei Schweregrade unterschieden:

  • leichte obstruktive Schlafapnoe: mehr als 5 bis 15 Atemaussetzer pro Stunde, AHI 5-15
  • mittlere obstruktive Schlafapnoe: 15 bis 30 Atemaussetzer pro Stunde, AHI 15-30
  • schwere obstruktive Schlafapnoe: mehr als 30 Atemaussetzer pro Stunde, AHI > 30

 

Zungenmuskel blockiert die Luftröhre

Warum es bei manchen Menschen im Schlaf gehäuft zu Atemaussetzern kommt, ist nicht bis ins letzte Detail geklärt.

Eine zentrale Rolle spielt die Muskulatur. Im Schlaf verändert sich der Spannungszustand unserer Muskulatur, das ist ganz normal. Im Ruhemodus erschlafft die Muskulatur, und das kann unter Umständen zu einem Kollabieren der oberen Atemwege führen. Hinzu kommt, dass der erschlaffte Zungenmuskel nach hinten rutschen und den Zugang zur Luftröhre versperren kann. Mit zunehmendem Alter nimmt das Risiko einer muskulär-bedingten Instabilität der oberen Atemwege zu und somit das Risiko, an einer Schlafapnoe zu erkranken. Zusätzlich können auch manche Medikamente und Alkohol den Funktionszustand der Muskulatur ungünstig verändern und so ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom begünstigen.

Eine weitere OSA-Ursache sind anatomische Engpässe, die den Luftstrom im Bereich der oberen Atemwege behindern. Bei Menschen mit Übergewicht können Fettpölsterchen im Rachenraum eine Barriere darstellen, die den Luftweg kritisch verengt. Weiterhin können vergrößerte Mandeln sowie überschießendes Gewebe des Weichgaumens dazu beitragen, dass es im Schlaf eng wird in den oberen Atemwegen. Und schließlich können auch Kiefergröße und -position von Bedeutung sein: Ein kleiner bzw. ein stark nach hinten stehender Unterkiefer kann den Atemluftstrom relevant behindern.


schlafapnoe Patient mit normaler Atmung

offene Atemwege

Schlafapnoe Patient mit verschlossenen Atemwegen

blockierte Atemwege

Besonders gefährdet sind Menschen mit Übergewicht

Übergewicht ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für die obstruktive Schlafapnoe. Was sich viele gar nicht klar machen: Die überzähligen Pfunde sitzen nicht nur an sichtbaren „Problemzonen“ wie Bauch und Hüften, auch im Inneren des Körpers sind bei Übergewicht mehr oder weniger ausgeprägte Fettdepots vorhanden. Fettpölsterchen im Bereich von Gaumen und Rachen können mit dazu beitragen, dass es eng wird in den oberen Atemwegen. Wenn die Muskulatur im Schlaf erschlafft, kann es bei Übergewicht umso leichter passieren, dass die Atemwege dicht machen. Übergewicht ist deshalb ein wichtiger Risikofaktor. Mehr als 80 Prozent aller Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe bringen zu viele Kilos auf die Waage.

Auffällig hoch ist das Risiko einer obstruktiven Schlafapnoe außerdem bei Diabetikern. Speziell Menschen mit einem Typ-2-Diabetes sind betroffen. Der Grund dürfte in erster Linie wiederum Übergewicht sein, denn die meisten Typ-2-Diabetker sind „zu dick“. Rund 60 Prozent aller Typ-2-Diabetiker sollen Schätzungen zufolge an einer obstruktiven Schlafapnoe leiden.


Mögliche Ursachen der Schlafapnoe sind vielfältig


Infografik zu den Risikofaktoren einer obstruktiven Schlafapnoe: Übergewicht, Alkoholkonsum, Rauchen

Die eigentliche bzw. funktionelle Haupt-Ursache der obstruktiven Schlafapnoe und der typischen Atemaussetzer ist eigentlich immer gleich; eine funktionale Instabilität der oberen Atemwege. Verschiedene Ursachen und Risikofaktoren führen zu einem Atemwesgsverschluss. Die Betroffenen bekommen keine Luft mehr, weil die Einatmung gestört ist, bis es zu einem kompletten Atemstopp - den bekannten Atemaussetzern - kommt. Dies ist oft auf eine zu entspannte oder schwache obere Atemmuskulatur zurückzuführen (z.B. durch Risikofaktoen wie hohem Alter, Drogen, Schlafmittel, Fettablagerungen im Rachen bei Übergewicht, oder Alkohol), wodurch die Zunge zurückrutscht und der Schlund kollabiert. Beünstigt wird dies zusätzlich durch anatomische Ursachen, die Engpässe entstehen lassen, was eine Blockierung der Atemwege bei erschlaffter Muskulatur wahrscheinlicher macht. Hierzu zählen zum Beispiel vergrößerte Mandeln, ein zu kurzer Unterkiefer, Rückbiss, eine schiefe Nasenscheidewand oder eine zu große Zunge oder vergrößerte Mandeln, sowie Fettablagerungen im Rachen.


Das Schlafen in Rückenlage begünstigt den Verschluss der Atemwege zusätzlich. Die anatomischen Besonderheiten des Kopfes und des Halses als Ursache der Schlafapnoe (Fettablagerungen, vergrößerte Mandeln, kleiner Unterkiefer usw.) führen dazu, dass der intraluminale Sog beim Einatmen und der entsprechende Gewebedruck verengend auf das Volumen der oberen Atemwege wirken.

Auch Faktoren wie Lebensstil, Geschlecht und vor allem das Alter spielen eine große Rolle. Denn im Alter lässt die Muskelspannung im Schlaf nach, was zusätzlich ein Zurückfallen der Zunge im Schlaf begünstigt, welche dann den Rachen blockiert. Dies wird auch durch Schlafmittel und übermäßigen Alkoholkonsum verstärkt. Weitere Risikofaktoren sind Stress, Übergewicht (BMI >25) und das Geschlecht, da Männer deutlich häufiger betroffen sind. Oder wie Dr. Hohenhorst vom AKK Essen es formuliert: „Mit jedem Lebensjahr wird das Risiko eine Schlafapnoe zu erleiden größer, genauso wie das Risiko mit jedem Kilo zunimmt.“


Schlafapnoe Ursachen im Überblick

Diese Ursachen kann eine obstruktive Schlafapnoe haben:

  • ein hoher Body-Mass-Index (BMI ab 25)
  • hohes Alter (jeder Dritte man ab 60 Jahren leidet schätzungsweise an OSA)
  • männliches Geschlecht (Männer leiden häufiger an Schlafapnoe als Frauen)
  • für Frauen steigt das Risiko nach den Wechseljahren
  • zu kurzer bzw. weit zurückliegender Unterkiefer
  • krumme Nasenscheidewand
  • übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum 
  • Einnahme von Beruhigungs- und Schlafmitteln
  • Typ-2-Diabetes
  • zu große Zunge
  • vergrößerte Mandeln & Polypen
  • Schlafen in Rückenlage

 

Anatomische Ursachen einer obstruktiven Schlafapnoe:

  • Die anatomische Besonderheit der Verengung des oberen Gesichtsschädels oder der oberen Atemwege ist eine häufige anatomische Ursache einer Schlafapnoe.
  • Ebenso kann ein stark zurückliegender Unterkiefer den Atemwiderstand erhöhen.
  • Eine vergrößerte Zunge oder vergrößerte Mandeln können den Rachenraum einengen
  • Schlafen in Rückenlage ist ebenfalls eine mögliche Ursache für eine Schlafapnoe, denn so rutscht die Zunge leichter in den Rachen und verschleißt die Atemwege kurzfristig.
  • Fettablagerungen im Gaumen- und Rachenbereich – ein Mix aus Risikofaktor und anatomischer Ursache. Während die Fettablagerungen anatomische Ursache für kritische Verengungen der oberen Atemwege sind, werden sie vor allem durch den Risikofaktor Übergewicht begünstigt. Von Übergewicht spricht man ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 bis 29,9. Ab einem BMI von 30 bis 34,9 handelt es sich bereits um eine Adipositas Grad I
  • Eine schiefe Nasenscheidewand kann ebenfalls Atemaussetzer begünstigen.

 

Risikofaktoren & Lebenswandel, welche eine obstruktive Schlafapnoe begünstigen:

  • Fettablagerungen im Gaumen- und Rachenbereich erhöhen das Risiko kritischer Verengungen, weshalb Menschen mit Übergewicht (BMI ab 25 bis 29,9) besonders gefährdet sind, an einer obstruktiven Schlafapnoe zu erkranken(9) 
  • Übergewicht ist also einer der Hauptrisikofaktoren. Schätzungsweise 90% aller Schlafapnoe-Betroffenen sind übergewichtig, Ca. 50% leiden sogar unter Adipositas, während eine OSA bei übergewichtigen Menschen vier Mal häufiger auftritt als bei Normalgewichtigen
  • Auch Typ-2-Diabetiker, die meist übergewichtig sind, tragen ein besonders hohes OSA-Risiko.
  • Weitere Risikofaktoren sind höheres Alter(10) und männliches Geschlecht. Bei Frauen steigt das Schlafapnoe-Risiko mit den Wechseljahren deutlich an. Ab 60 Jahren ist jeder dritte Mann und jede vierte bis fünfte Frau betroffen
  • Höheres Alter ist vor allem deshalb ein Risikofaktor, weil die gesamte Muskulatur, und somit auch die obere Atemmuskulatur, mit jedem Lebensjahr an Spannung verliert, was einen Atemwegsverschluss begünstigt
  • Regelmäßiger Alkoholkonsum, vor allem am Abend(11), Drogenkonsum und Schlafmittel, wobei diese mit physischen Ursachen zusammenspielen, denn alle Mittel entspannen die Muskulatur
  • Starkes Rauchen(11)
  • Viel Stress und eine ungesunde Schlafhygiene
  • Einnahme von Schlafmitteln (Gaumenmuskeln erschlaffen schneller und verschließen die oberen Atemwege)

 

„Mit jedem Lebensjahr wird das Risiko eine Schlafapnoe zu erleiden größer, genauso wie das Risiko mit jedem Kilo zunimmt.“ Dr. Hohenhorst, AKK Essen


Welche Symptome sind typisch bei obstruktiver Schlafapnoe?

Um das noch einmal klar zu sagen: Die hier aufgeführten Symptome betreffen ausschließlich die obstruktive Schlafapnoe. Die – seltene – zentrale Schlafapnoe ist davon nicht betroffen, sie verläuft in der Regel ohne Symptome und hat keine gravierenden gesundheitlichen Folgen

Ganz anders die obstruktive Schlafapnoe: Sie hat eine Vielzahl von Begleiterscheinungen, Symptomen und Folgeerkrankungen im Gepäck, die unter dem Begriff Schlafapnoe-Syndrom zusammengefasst werden. Trotzdem wird die OSA oft lange Zeit nicht erkannt – und das ist das Tückische. Denn die Früherkennung ist Voraussetzung für eine effektive Therapie, die nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen erhält, sondern auch ernste Gesundheitsrisiken und gefährlichen Folgen für Herz, Gefäße und Gehirn infolge der nächtlichen Atemaussetzer miniminiert. Erste Anzeichen sollten also ernst genommen werden, z.B. Atemaussetzer, sehr lautes Schnarchen oder ständige Tagesmüdigkeit, obwohl man scheinbar genug geschlafen hat.

Die Betroffenen selbst bemerken oft lange Zeit gar nichts von ihrer Schlafapnoe. Oft sind es die Partner oder Partnerinnen, die hellhörig werden. Hellhörig im wahrsten Sinne des Wortes, denn viele Menschen mit OSA schnarchen laut. Schnarchen kann harmlos sein, es kann aber auch Zeichen einer gefährlichen Erkrankung sein. Deshalb sollten Sie es ernst nehmen, wenn Ihr/e Partner/in auf einen Arztbesuch drängt. Lassen Sie abklären, ob Ihr Schnarchen mit Atemaussetzern verbunden ist oder nicht. Dann sind Sie auf der sicheren Seite. Eventuell beobachtet Ihr/e Partner/in auch, dass Sie im Schlaf wiederholt kurz aufschrecken ohne aufzuwachen. Das wäre ein weiteres Indiz für eine obstruktive Schlafapnoe.

Richtig wach werden Schlafapnoe-Betroffene wie gesagt nicht. Allenfalls haben sie das Gefühl, unruhig zu schlafen. Am Morgen wachen sie dann wie gerädert auf und sind den ganzen Tag über müde. Sie können sich schlecht konzentrieren, und auch die allgemeine Leistungsfähigkeit nimmt ab. Viele Menschen mit Schlafapnoe nicken tagsüber immer mal wieder ein. Durch den möglichen Sekundenschlaf steigt das Unfallrisiko, weshalb Schlafapnoe mitunter dazu führen kann, dass der Führerschein abgegeben werden muss, solange die Krankheit nicht nachweislich erfolgreich behandelt wird (Der AHI muss nachweislich sinken).

Chronische Müdigkeit und Leistungsabfall können das ganz normale Alltagsleben stark beeinträchtigen. Manche Betroffene fühlen sich durch einfache Erledigungen wie Einkaufen überfordert. Kein Wunder, wenn das auf die Stimmung drückt. Viele Menschen mit Schlafapnoe zeigen Anzeichen einer Depression. Sie verlieren an Lebensfreude und können sich kaum zu etwas aufraffen. Partnerschaft und Familie leiden darunter, und das wieder verstärkt die depressiven Verstimmungen. Ein Teufelskreis.


 

Auf einen Blick: Mögliche Symptome der Schlafapnoe

Folgende Symptome sind typische Anzeichen für obstruktive Schlafapnoe (OSA):

  • lautes Schnarchen (meistens)
  • Tagesmüdigkeit (fast immer)
  • Atemaussetzer
  • unruhiger Schlaf, Schlafstörungen
  • nächtliches Schwitzen
  • Kopfschmerzen am Morgen
  • Konzentrationsschwäche
  • Gedächtnisprobleme
  • Leistungsabfall
  • depressive Verstimmungen (häufiger bei Frauen)
  • vermehrter Harndrang in der Nacht
  • Erektionsstörungen bzw. Libidostörungen
  • plötzliches Aufwachen, eventuell mit Herzrasen und Luftnot.  Die meisten Schlafapnoe-Patienten schlafen allerdings über die Atemaussetzer hinweg

 

Die Partner/innen der Schlafapnoe-Betroffenen bemerken häufig, dass sich der- oder diejenige zurückzieht. Hobbys, Freunde und Alltagsaufgaben vernachlässigt, schnell erschöpft ist und auch die eigene Beziehung leidet. Denn Schlafapnoe-Patienten erleben an sich selbst tagsüber Symptome wie schnelle Erschöpfung, Tagesmüdigkeit, Gedächtnisproblemen, Konzentrationsschwäche und Stimmungsschwankungen. Ohne eine offensichtliche Ursache, denn sie schlafen ja scheinbar genug. Sie fragen sich häufig, warum sie trotz scheinbar(!) genügend Schlaf ständig müde sind. Diese Unsicherheit und der schlechte Schlaf können im schlimmsten Fall zu einer handfesten Depression führen.

Gleichzeitig leidet auch der Schlaf der Bettpartner/innen unter den Schlafapnoe Symptomen, welche die OSA-Betroffenen selbst im Schlaf gar nicht bemerken, also dem lauten Schnarchen und den Atemaussetzern.

Wenn nun beides zusammenkommt, sollte auf jeden Fall eine Untersuchung im Schlaflabor erfolgen. Leidet eine Person ohne erkennbare Ursache an ständiger Müdigkeit, lässt Freunde und Hobbies schleifen und zieht sich zurück, während die Bettpartner/innen bei den Betroffenen gleichzeitig lautes Schnarchen und Atemaussetzer im Schlaf wahrnehmen, dann liegt eventuell eine mittlere bis schwere obstruktive Schlafapnoe vor


Wenn Sie also trotz Schlaf ständig müde sind, also ohne erkennbare Ursache, und ihr/e Bettpartner/in Sie häufig auf lautes Schnarchen und Atemaussetzer hinweist, dann hängen diese Dinge möglicherweise zusammen. Eine obstruktive Schlafapnoe könnte hinter den Symptomen stecken. Um schwere Folgeerkrankungen des Schlafapnoe-Syndroms zu vermeiden, sollten Sie sich in so einem Fall zur Diagnose ins Schlaflabor begeben. Teilweise wird auch eine Hypertonie, also der Bluthochdruck als Symptom für eine Schlafapnoe genannt. Dies ist aber eigentlich falsch, denn ein medikamentenresistenter Bluthochdruck ist kein Symptom, sondern mögliche Folge einer unbehandelten Schlafapnoe. Leiden Sie also seit längerem an Bluthochdruck, der nicht auf die üblichen Blutdrucksenker anspricht, dann könnte es daran liegen, dass eigentlich die dahinterliegende OSA behandelt werden muss. Häufig wird der Bluthochdruck also vor der Schlafapnoe entdeckt, weshalb einige Quellen diesen als Symptom listen. 


Sie leiden unter einigen dieser Symptome?

 

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Tagesmüdigkeit trotz mehrstündigem Schlaf

Jeder Atemstillstand, der sich während des Schlafs ereignet, löst im Gehirn eine Weckreaktion aus. Richtig wach wird der Schläfer jedoch nicht, sondern er schläft – nachdem er tief durchgeatmet hat – augenblicklich wieder ein. Von den gefährlichen Zwischenfällen bekommt er meistens gar nichts mit. Erst am nächsten Morgen merken die Betroffenen, dass etwas nicht stimmt: Obwohl sie stundenlang geschlafen haben, fühlen sie sich nicht erholt. Wie gerädert wachen sie auf und sind den ganzen Tag über müde. Sie können sich nicht konzentrieren und es kann zu dramatischen Leistungseinbrüchen kommen. Menschen mit schweren Formen der Schlafapnoe fühlen sich so schlapp, dass ihnen die einfachsten Alltagstätigkeiten schwerfallen.

 

Sauerstoffmangel und gestörte Schlafarchitektur

Die Tagesmüdigkeit hat zwei Gründe: die mangelhafte Sauerstoffversorgung und die gestörte Schlafarchitektur. Unser Gehirn, das tagtäglich hochkomplexe Aufgaben zu erfüllen hat, reagiert besonders empfindlich, wenn es nicht optimal mit Sauerstoff versorgt wird. Kein Wunder also, dass Benommenheit, Konzentrationsmangel und sonstige Leistungseinbußen Folgen der wiederholten nächtlichen Atemaussetzer sind.

Hinzu kommt, dass der Schlaf einen bestimmten Aufbau – die Schlafarchitektur – aufweisen muss, um erholsam zu sein. Gesunder Schlaf besteht aus unterschiedlichen Phasen: Mal schlafen wir nur leicht, dann wieder tief und fest. Eine besondere Bedeutung haben die sogenannten REM-Phasen (Rapid Eye Movement). In diesen Schlafphasen bewegen sich die Augen hinter den geschlossenen Lidern blitzschnell hin und her: Wir träumen und verarbeiten dabei unsere Erlebnisse. Gerät die Schlafarchitektur durcheinander, büßt der Schlaf an Erholungswert ein. Die Schlafdauer allein ist also nicht entscheidend. Wenn die Schlafarchitektur nicht stimmt, fühlt man sich – trotz ausreichendem Schlaf – nicht wirklich ausgeruht.

Oft nicken Schlafapnoiker tagsüber immer mal wieder spontan ein und manch einer kennt den Schock, für Sekunden am Steuer einzuschlafen. Das Unfallrisiko im Straßenverkehr ist bei obstruktiver Schlafapnoe nachweislich erhöht. (1) Ein Schreckerlebnis wie der Sekundenschlaf kann der „Weckruf“ sein, der Menschen mit obstruktiver Atemwegserkrankung veranlasst, endlich einen Arzt aufzusuchen. Viele zögern diesen Schritt lange hinaus. Müdigkeit ist ein recht unspezifisches Symptom, hinter dem alles Mögliche stecken kann. An eine schwere Erkrankung denken dabei die wenigsten.

 

Auf einen Blick: OSA-Hauptsymptom Tagesmüdigkeit

  • Der Sauerstoffgehalt des Blutes ist infolge der Atemaussetzer reduziert, die Sauerstoffversorgung ist beeinträchtigt.
  • Die Atemaussetzer rufen jedes Mal eine Weckreaktion hervor. Deshalb ist die Architektur eines gesunden, erholsamen Schlafs bei der obstruktiven Schlafapnoe empfindlich gestört.
  • Die beeinträchtigte Sauerstoffversorgung sowie die gestörte Schlafarchitektur erklären die Tagesmüdigkeit als typisches OSA-Symptom.
  • Die Tagesmüdigkeit ist mit Einbußen der Leistungsfähigkeit sowie einem erhöhten Unfallrisiko verbunden.

 

Lautes Schnarchen ist verdächtig

Schnarchen ist – neben der Tagesmüdigkeit – das zweite wichtige Leitsymptom der obstruktiven Schlafapnoe. Die meisten, wenn auch nicht alle Schlafapnoiker schnarchen laut. Viele Betroffene haben schon manches Hausmittel ausprobiert, um das lästige Schlafgeräusch abzustellen – ohne Erfolg. Dass hinter dem Schnarchen eine ernste Erkrankung stecken könnte, ist weitgehend unbekannt. Häufig sind es die genervten Schlafpartner/innen, die schließlich zu einem Arztbesuch drängen.

Schnarchen ist immer ein Zeichen dafür, dass die oberen Atemwege im Schlaf instabil sind. Das ist in vielen Fällen tatsächlich völlig harmlos, von der Nervenbelastung für die Partner/innen einmal abgesehen. Im Fall der obstruktiven Schlafapnoe jedoch ist Schnarchen ein Alarmsignal.

 

Wann ist Schnarchen gefährlich?

Aber wie soll ein Laie unterscheiden, ob sein Schnarchen einfach nur lästig oder ob es Zeichen einer behandlungsbedürftigen Krankheit ist? Besonders verdächtig ist lautes und/oder unregelmäßiges Schnarchen. Befragen Sie dazu am besten Ihren/Ihre Schlafpartner/in. Vielleicht hat er/sie auch schon beobachtet, dass Sie im Schlaf immer mal wieder kurz aufschrecken oder nach Luft ringen. Das ist dann die höchste Alarmstufe, und sie sollten umgehend einen Arzttermin vereinbaren.

Auch die Kombination von Schnarchen und Tagesmüdigkeit ist ein starker Fingerzeig auf eine obstruktive Schlafapnoe. Die chronische Tagesmüdigkeit betrifft – abgesehen von den ganz leichten Fällen – nahezu alle Patienten und sollte allein schon Anlass sein, den Dingen auf den Grund zu gehen. Schnarchen dagegen kann auch fehlen. Manche Schlafapnoiker geben bei den nächtlichen Atemaussetzern keinen „Mucks“ von sich. Dann ist es noch schwieriger, der Krankheit auf die Schliche zu kommen.


Mann und Frau: mehr als ein kleiner Unterschied

Bei Frauen verläuft die obstruktive Schlafapnoe häufig stumm ohne Schnarchgeräusche. Das ist einer der Gründe, warum die Krankheit bei Frauen besonders häufig übersehen wird. Auch die Mediziner, die vor rund 40 Jahren die obstruktive Schlafapnoe als „neue Krankheit“ beschrieben, hatten dabei zunächst nur Männer im Visier. Erst viel später erkannte man, dass auch Frauen betroffen sind. Dass Frauen seltener schnarchen, ist mit anatomischen Unterschieden im Halsbereich zu erklären.

Bis zu den Wechseljahren (Menopause) erkranken Frauen deutlich seltener an einer obstruktiven Schlafapnoe als Männer. Diese ist jedoch keineswegs eine „Männerkrankheit“, denn nach der Menopause steigt das Erkrankungsrisiko bei Frauen sprunghaft an. Das dürfte vor allem damit zu tun haben, dass Frauen in diesem Alter häufig an Gewicht zunehmen. Bei Männern dagegen gehen die Erkrankungszahlen mit dem Alter kontinuierlich nach oben.

Auch das Beschwerdebild der obstruktiven Schlafapnoe weist geschlechtsspezifische Unterschiede auf (2,3): Frauen schnarchen wie gesagt seltener. Anders als Männer suchen weibliche Schlafapnoiker häufig einen Arzt auf, weil sie an Ein- und Durchschlafstörungen leiden. Es scheint so, dass Frauen „feinfühliger“ auf die nächtlichen Atemaussetzer reagieren und öfter davon wach werden. Auch depressive Verstimmungen werden von Frauen deutlich häufiger thematisiert. Sie stehen nicht selten im Vordergrund der Beschwerden, von denen Frauen mit Schlafapnoe beim Arztbesuch berichten. Und noch ein Unterschied fiel in Studien auf: Frauen mit OSA leiden öfter als Männer am sogenannten „Restless Legs Syndrom“. Dabei handelt es sich um einen quälenden Bewegungsdrang der Beine, der vor allem nachts auftritt und es den Betroffenen unmöglich macht, die Beine still zu halten.


Obstruktive Schlafapnoe bei Kindern

In den meisten Fällen tritt die obstruktive Schlafapnoe im höheren Erwachsenenalter auf. Aber in seltenen Fällen können auch Kinder erkranken, wobei es sich um ein eigenständiges Krankheitsbild mit kindlichen Besonderheiten handelt. (4) Jungen und Mädchen scheinen gleich häufig betroffen zu sein. Ursächlich für die kindliche Schlafapnoe ist häufig eine Vergrößerung der Rachen- und Gaumenmandeln. Aber auch angeborene anatomische Verengungen im Gaumen-/Rachenbereich können dahinterstecken. Symptome sind Schnarchen, angestrengtes Atmen und Mundatmung. Tagesmüdigkeit wird vor allem bei älteren Kindern beobachtet. Kleinkinder mit OSA fallen dagegen oft durch hyperaktives – „überdrehtes und hibbeliges“ – Verhalten auf, Schnarchen ist im frühen Kindesalter zudem eher die Ausnahme. Unbehandelt kann eine obstruktive Schlafapnoe bei Kindern zu Entwicklungsstörungen führen.


Die obstruktive Schlafapnoe ist keine Bagatelle

Die obstruktive Schlafapnoe ist eine ernst zu nehmende Erkrankung und Schlafstörung. Das gilt bei Erwachsenen ebenso wie bei Kindern. Auch im Erwachsenenalter drohen gesundheitliche Schäden, wenn die Krankheit nicht erkannt und adäquat behandelt wird. Die Lebensqualität ist allein schon durch die chronische Tagesmüdigkeit und die Leistungseinbußen erheblich reduziert.

 

Das Schlafapnoe-Syndrom hat viele Folgeerkrankungen und Begleiterscheinungen im Gepäck

Aber das ist noch nicht alles: Die obstruktive Schlafapnoe hat eine Reihe von Folgeerkrankungen im Gepäck, zu denen diverse kardiovaskuläre Komplikationen wie Herzinsuffizienz, Bluthochdruck, aber auch Schlaganfall und Herzinfarkt, sowie Typ-2-Diabetes und Depressionen zählen. Was nicht verwunderlich ist: Die nächtlichen Atemaussetzer sind nämlich für den Körper purer Stress, der den Hormonhaushalt empfindlich durcheinander bringen kann. Die Folgeerkrankungen und Begleiterscheinungen wie Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche, Gedächtnislücken, Potenzprobleme und Kopfschmerzen werden als Schlafapnoe-Syndrom bezeichnet und beeinträchtigen nicht nur Lebensqualität enorm. Die Folgen des obstruktive Schlafapnoe-Syndroms wirken sich auch negativ auf die Lebenserwartung aus. (1) Eine unbehandelte Schlafapnoe kann die Lebenszeit um mehrere Jahre verkürzen.

 

Viele Schlafapnoe-Patienten leiden an Depressionen

Ständige Müdigkeit verändert das Leben einschneidend. Viele Schlafapnoiker fühlen sich dem Alltag nicht mehr gewachsen und erleben einfache Tätigkeiten als anstrengend. Kein Wunder, dass das auf die Stimmung drückt. Lustlosigkeit, Antriebsschwäche und depressive Verstimmungen machen sich breit und überziehen das Leben mit einem grauen Schleier. Der Übergang zu einer handfesten Depression ist dann oft nur ein kleiner Schritt. Das Risiko für Depressionen und Angsterkrankungen ist bei Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe erhöht, wobei Frauen stärker gefährdet sind als Männer. In einer schweizerisch-deutschen Studie erfüllte jeder fünfte Schlafapnoiker die Kriterien einer klinisch manifesten Depression. (5)

Depressionen und Schlafqualität sind eng verzahnt. Depressionen gehen oft mit Schlafstörungen einher, und umgekehrt scheint ein Mangel an erholsamem Schlaf depressive Verstimmungen zu begünstigen. Schlafapnoiker geraten also leicht in einen Teufelskreis.

Eine dauerhaft düstere Stimmung macht nicht nur dem Betroffenen selbst das Leben schwer, die ganze Familie leidet darunter. Hinzu kommt, dass gut gemeinte Aufmunterungen Menschen mit einer Depression nicht erreichen, sondern treiben sie oft sogar noch tiefer in ihre gefühlte Isolation. Das ist typisch für diese Gemütserkrankung und für alle Beteiligten sehr frustrierend. Aus dieser misslichen Situation können sich betroffene Familien aus eigener Kraft meist nicht befreien. Erst eine wirksame Therapie der Schlafapnoe bringt die Wende.

 

Oft ist der Blutdruck erhöht

Eine weitere Gesundheitsgefahr geht von negativen Auswirkungen der nächtlichen Atemaussetzer auf das Herz-Kreislauf-System aus. (1) Sehr oft ist der Blutdruck bei Schlafapnoikern erhöht. Dass sich im Gefolge der Schlafapnoe häufig ein Bluthochdruck – eine Hypertonie – entwickelt, dürfte damit zusammenhängen, dass die wiederholten nächtlichen Atemaussetzer zu einer Überflutung mit Stresshormonen führen. Denn jeder Atemaussetzer bedeutet Stress. Der Körper wirft deshalb jedesmal – also mehrfach in jeder Nacht – sein Anti-Stressprogramm an. Die Stresshormone Kortisol und Adrenalin versetzten den Körper in Alarmbereitschaft und mobilisieren seine Reserven. Unter anderem treiben sie den Blutdruck in die Höhe. Das ist in einer akuten Gefahrensituation eine sinnvolle Maßnahme, bei chronischem Stress jedoch – wie im Fall der Schlafapnoe – kann ein dauerhafter Bluthochdruck resultieren.

Besonders problematisch dabei: In vielen Fällen spricht der Bluthochdruck bei Schlafapnoe-Patienten nicht auf die üblichen blutdrucksenkenden Medikamente an und lässt sich nicht normalisieren. Bluthochdruck beschleunigt eine Arteriosklerose der Blutgefäße („Arterienverkalkung“) und erhöht deshalb das Risiko von Gefäßkomplikationen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Menschen mit OSA sind in dieser Hinsicht nachweislich besonders gefährdet. Auch ist von einem erhöhten Risiko für Herzrhythmusstörungen auszugehen, denn die nächtlichen Atemaussetzer können zu Unregelmäßigkeiten des Herzschlags führen. Studien zeigen, dass Menschen mit Vorhofflimmern – einer von den Herzvorhöfen ausgehenden Rhythmusstörung – ungewöhnlich häufig an einer obstruktiven Schlafapnoe leiden. Vorhofflimmern kann sich durch Herzstolpern bemerkbar machen, oft spüren die Betroffenen jedoch gar nichts davon.

 

„Viele Schlafapnoiker werden lange Zeit wegen ihres erhöhten Blutdrucks behandelt, obwohl man eigentlich die Ursache - die Schlafapnoe - primär hätte behandeln sollen.“ Dr. Hohenhorst, AKK Essen

 

Schlafapnoe treibt das Risiko eines Typ-2-Diabetes in die Höhe

Wie sie bereits erfahren haben, leiden Menschen mit Typ-2-Diabetes häufig gleichzeitig an einer obstruktiven Schlafapnoe. Der Typ-2-Diabetes ist also ein wichtiger Risikofaktor für die OSA. Aber auch umgekehrt wird ein Schuh draus: Viele OSA-Patienten entwickeln infolge ihrer nächtlichen Atemprobleme einen Typ-2-Diabetes mit zu hohen Blutzuckerwerten. Der Diabetes kann seinerseits Folgeschäden an unterschiedlichen Organen wie Herz und Nieren nach sich ziehen.

Auch für das erhöhte Diabetesrisiko von OSA-Patienten dürften die Stresshormone Kortisol und Adrenalin hauptverantwortlich sein, die infolge der Atemaussetzer Nacht für Nacht ausgeschüttet werden. Diese Hormone können den Zuckerhaushalt durcheinanderbringen und so zum dauerhaften Ansteigen des Blutzuckers führen, da Sie die Wirkung des körpereigenen Insulins hemmen und gleichzeitig Zuckerreserven aus der Leber freisetzen. Außerdem erschweren es die nächtlichen Stressreaktionen, den Blutzucker richtig einzustellen.

Schlafapnoe und Diabetes sind eine besonders gefährliche Kombination, weil sich die beiden Erkrankungen wechselseitig aufheizen. Das schlägt sich unter anderem in einem besonders hohen Herzinfarktrisiko nieder.

 

Auf einen Blick: Folgeerkrankungen des Schlafapnoe-Syndroms

Unbehandelt kann die obstruktive Schlafapnoe kann ernste Folgeerkrankungen nach sich ziehen: 

  • Depressionen
  • Bluthochdruck, oft schlecht behandelbar
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Herzrhythmusstörungen
  • Typ-2-Diabetes
  • Tagesmüdigkeit

 

Frühe Diagnose ist wichtig: Deshalb Arztbesuch nicht auf die lange Bank schieben

Wenn Sie laut schnarchen und/oder tagsüber ständig müde sind, sollten Sie zeitnah abklären lassen, ob eventuell eine obstruktive Schlafapnoe dahintersteckt. Schritt für Schritt wird Ihr Arzt vorgehen, um die Verdachtsdiagnose zu erhärten oder auch zu verwerfen. Sehr aufschlussreich ist allein schon die gezielte Befragung (Anamnese), die eventuell mit Hilfe standardisierter Diagnose-Fragebögen durchgeführt wird. Am besten begleitet Ihr/Ihre Partner/in Sie zum Arzttermin, denn er/sie kann oft wichtige Informationen beisteuern.

Der nächste Schritt ist in der Regel eine Polygraphie. Dafür bekommen Sie bekommen ein Gerät mit nach Hause, das – während Sie schlafen – relevante Körperfunktionen wie Atemfluss, Herzschlag und Sauerstoffgehalt des Blutes misst und aufzeichnet. Die Polygraphie wird auch als „kleines Schlaflabor“ bezeichnet. Erhärtet sich der Verdacht auf eine obstruktive Schlafapnoe, geht es anschließend ins Schlaflabor, wo Sie unter ärztlicher Aufsicht schlafen. Im Schlaflabor können noch sehr viel umfangreichere und genauere Messungen durchgeführt werden, als dies zu Hause möglich ist. Die sogenannte Polysomnographie, bei der Ihre Atemtätigkeit und eine Vielzahl weiterer Körperfunktionen protokolliert werden, führt schließlich zur Sicherung der Diagnose.

 

Auf einen Blick: OSA-Diagnose & Untersuchung im Schlaflabor

  • Eingehende Befragung und körperliche Untersuchung
  • „kleines Schlaflabor“: Polygraphie zu Hause
  • Polysomnographie im Schlaflabor

Mehr Infos zu Diagnose & Schlaflabor


Die obstruktive Schlafapnoe ist behandelbar

Bei mittelschwerer bis schwerer obstruktiver Schlafapnoe wird derzeit als Standardtherapie die Überdruckbeatmung mit einer CPAP-Maske (Continuous Positive Airway Pressure) empfohlen. Dabei muss der Patient auf Dauer beim Schlafen eine Gesichtsmaske tragen und es wird ihm über einen Schlauch von einem neben dem Bett stehenden Gerät Atemluft mit leichtem Überdruck zugeführt. Diese Behandlung ist in der Lage die nächtlichen Atemaussetzer effektiv zu reduzieren und die Tagesmüdigkeit der Patienten zu bessern. Aber die CPAP-Therapie wird von vielen Patienten nicht akzeptiert. Sie fühlen sich unter der Maske eingeengt oder leiden unter Nebenwirkungen wie Druckstellen und Mundtrockenheit. Therapieabbrüche kommen deshalb häufig vor.

Sehr hoch ist dagegen die Zufriedenheit von Patienten, die mit einem Zungenschrittmacher versorgt werden. Über 90 Prozent würden sich laut Umfragen wieder für diese Therapieform entscheiden.(6) Der Zungenschrittmacher wird unter dem Schlüsselbein implantiert und sorgt dafür, dass die oberen Atemwege in der Nacht nicht blockieren. Er stimuliert kontinuierlich den Zungenmuskel und verhindert, dass dieser erschlafft und nach hinten rutscht. Die OSA-typischen Atemaussetzer werden so vermieden. In der Folge lässt die Tagesmüdigkeit nach und die Leistungsfähigkeit steigt wieder an. (6)


Auf einen Blick: Behandlung der Schlafapnoe

  • Standardtherapie bei mittelschwerer bis schwerer obstruktiver Schlafapnoe ist derzeit die Überdruckbeatmung mit einer CPAP-Maske. Diese Behandlung wird allerdings von vielen Patienten nicht akzeptiert.
  • Eine sehr gute Alternative stellt die Implantation eines Zungenschrittmachers dar. Die Zufriedenheit der Patienten mit dieser Therapie liegt bei weit über 90 Prozent.
  • Begleitend ist der Abbau von Übergewicht eine wichtige Maßnahme.

Lesen Sie Erfahrungsberichte zum Zungenschrittmacher



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90 %

der Bettpartner berichten von keinem oder nur noch leichtem Schnarchen.2

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94 %

der Betroffenen geben an, mit der Inspire Therapie zufrieden zu sein. 3

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79 %

Reduktion der nächtlichen Atemaussetzer durch den Zungenschrittmacher von Inspire.2

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80 %

der Betroffenen nutzen das Inspire Therapie System konsequent jede Nacht.2

Was Sie selbst zur Vorbeugung und Behandlung der Schlafapnoe tun können


Abbau von Übergewicht ist das A und O

Wenn Sie an einer obstruktiven Schlafapnoe leiden und übergewichtig sind, sollten Sie versuchen abzunehmen. Übergewicht ist – wie Sie bereits erfahren haben – ein bedeutsamer Risikofaktor, der die allermeisten Schlafapnoiker betrifft. Wenn Sie abnehmen, schwinden auch unsichtbare Fettablagerungen im Körperinneren. Im Bereich der oberen Atemwege schafft das mehr Luft. Der Rachenbereich weitet sich und das Risiko von Atemwegsblockaden im Schlaf nimmt ab. Vor allem bei starkem Übergewicht ist „Abzuspecken“ eine wichtige Maßnahme. Aber auch schon ein paar Pfunde mehr oder weniger können einen spürbaren Unterschied machen.

Abnehmen ist nicht einfach. Das weiß jeder, der schon einmal versucht hat, überzählige Pfunde loszuwerden. Aber es ist machbar – und Sie können nur profitieren. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt darüber. Es gibt strukturierte Abnehmprogramme, die Ihnen helfen, durchzuhalten und typische Stolperstellen erfolgreich zu meistern.

Bei leichten Formen der obstruktiven Schlafapnoe kann manchmal eine Gewichtsannahme allein ausreichen, um die Atemfunktion stabilisieren. Bei mittelschweren und schweren Formen ist eine gezielte Behandlung mit Überdruckbeatmung oder einem Zungenschrittmacher jedoch unerlässlich. Aber auch in diesen Fällen ist der Abbau von Übergewicht – als Baustein eines erfolgreichen Krankheitsmanagements – nur zu empfehlen.

Auch vorbeugend ist es ratsam, Übergewicht zu reduzieren. Das gilt vor allem für Männer in höherem Alter sowie Frauen nach den Wechseljahren, die besonders gefährdet sind, eine obstruktive Schlafapnoe zu entwickeln.


Bei obstruktiver Schlafapnoe ist es empfehlenswert, in Seitenlage zu schlafen. (7) Rückenschläfer schnarchen nachweislich häufiger und leiden häufiger an Atemproblemen. Beim Schlafen in Rückenlage ist die Gefahr besonders groß, dass der erschlaffte Zungenmuskel nach hinten rutscht und die Atemwege kollabieren. Deshalb kann es etwas bringen, wenn sich Rückenschläfer umgewöhnen. Das Problem dabei: Im Schlaf wird man sich automatisch wieder von der Seite auf den Rücken drehen, wenn man es so gewohnt ist. Eine erhöhte Bettung des Kopfes oder eine Durchführung einer sogenannten „Rückenlagevermeidung“ mithilfe von Tennisbällen oder einem Rucksack kann das Umlernen erleichtern.


Weiterhin sollten Sie auf eine gute Schlafhygiene achten. (7) Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die einem gesunden, erholsamen Schlaf förderlich sind. Mit solchen Maßnahmen ist einer obstruktiven Schlafapnoe natürlich nicht beizukommen, aber als unterstützende Maßnahmen sind sie doch sehr sinnvoll.

Vier, besser sechs Stunden vor dem Schlafengehen sollten Sie keine üppigen Mahlzeiten und keine anregenden, koffeinhaltigen Getränke zu sich nehmen. Auch Alkoholkonsum und Rauchen sind einem gesunden Schlaf nicht zuträglich. Alkohol begünstigt ein Erschlaffen der Muskulatur und kann so das Risiko nächtlicher Atemaussetzer erhöhen. Beste Bedingungen für einen geruhsamen Schlaf schaffen Sie mit einem Schlafzimmer, das abgedunkelt, nicht stark geheizt und frei von Störgeräuschen ist.


Auf Schlafmittel sollten Sie möglichst ganz verzichten. Manche Wirkstoffe können die Beschwerden einer Schlafapnoe verstärken. (7) Bitte fragen Sie dazu Ihren Arzt.


Quellenangaben

1 Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. Online verfügbar unter www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/063-001l_S3_SBAS_2017-08_2.pdf; Zuletzt abgerufen: Mai 2020.
2 Valipour A et al. Gender-related Differences in Symptoms of Patients With Suspected Breathing Disorders in Sleep: A Clinical Population Study Using the Sleep Disorders Questionnaire. Sleep. 2007; 30(3):312-9. doi: 10.1093/sleep/30.3.312.
3 Mihai V et al. Demographic, Clinical and Polysomnographic Differences Between Men and Women. Pneumologia. 2010; 59(2):64-7.
4 Wiater A et al. Obstruktives Schlafapnoesyndrom im Kindesalter. Deutsches Ärzteblatt. 2002; 99(49): A-3324-30.
5 Acker J et al.: Obstructive sleep apnea (OSA) and clinical depression-prevalence in a sleep center. Sleep Breath. 2017; 21(2):311-18. doi: 10.1007/s11325-016-1411-3.
6 Heiser C et al. Post-approval upper airway stimulation predictors of treatment effectiveness in the ADHERE registry. Eur Respir J 2019;53(1):1801405.
7 Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Online verfügbar unter: www.gesundheitsinformation.de/behandlung-einer-obstruktiven-schlafapnoe.2120.de.html?part=behandlung-as; Zuletzt abgerufen: Mai 2020.
8 Muza, R.T., Central sleep apnoea-a clinical review. J Thorac Dis, 2015. 7(5): p. 930-7.Zuletzt abgerufen: September 2020.
9 Deacon, N.L., et al., Treatment of Obstructive Sleep Apnea. Prospects for Personalized Combined Modality Therapy. Ann Am Thorac Soc, 2016. 13(1): p. 101-8. Zuletzt abgerufen: September 2020.
10 Ancoli-Israel, S., Sleep apnea in older adults–is it real and should age be the determining factor in the treatment decision matrix? Sleep Med Rev, 2007. 11(2): p. 83-5. Zuletzt abgerufen: September 2020.
11 Wetter, D.W. and T.B. Young, The relation between cigarette smoking and sleep disturbance. Prev Med, 1994. 23(3): p. 328-34. Zuletzt abgerufen: September 2020.
12 www.opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/opus4-wuerzburg/frontdoor/deliver/index/docId/2914/file/KrausBarbaradiss.pdf/ - Seite 3 - Zuletzt abgerufen: September 2020.